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Pipeline-Management

Realistische Umsatzprognosen aus deiner Pipeline ableiten

Wie Schweizer KMU aus ihrer Sales-Pipeline eine Umsatzprognose ableiten, der man im Quartal wirklich vertrauen kann.
Maria Steiner
4 Min. Lesezeit

Am Anfang jedes Quartals steht oft dieselbe Frage: Wie viel Umsatz werden wir tatsächlich abschliessen? Viele Teams beantworten sie mit Bauchgefühl oder einer optimistischen Summe aller offenen Deals. Beides führt verlässlich zu Enttäuschungen. Eine realistische Prognose entsteht nicht aus Hoffnung, sondern aus dem, was die Pipeline über das Verhalten deiner Deals erzählt. Dieser Artikel zeigt, wie du aus den Daten, die du ohnehin schon sammelst, eine Zahl ableitest, der du im Steuerungsgespräch wirklich vertrauen kannst.

Warum die Summe der offenen Deals keine Prognose ist

Wer alle offenen Deals zusammenzählt und diese Summe als erwarteten Umsatz präsentiert, rechnet faktisch damit, dass jeder einzelne Deal gewonnen wird. Das passiert nie. Genauso falsch ist das andere Extrem: nur jene Deals zu zählen, bei denen der Abschluss schon mündlich zugesagt wurde. Damit ignorierst du den Grossteil deiner Pipeline und unterschätzt dich systematisch.

Eine brauchbare Prognose liegt dazwischen. Sie gewichtet jeden Deal mit der Wahrscheinlichkeit, dass er tatsächlich zustande kommt. Genau dafür brauchst du saubere Stufen und ehrliche Zahlen aus der Vergangenheit.

Die Bausteine einer verlässlichen Forecast-Rechnung

Drei Grössen entscheiden über die Qualität deiner Prognose. Wenn du diese kennst, kannst du den Rest rechnen:

  • Abschlussquote pro Stufe: Wie viele Deals aus «Angebot versendet» werden am Ende gewonnen? Diese Quote ermittelst du aus deinen historischen Daten, nicht aus dem Gefühl.
  • Durchschnittliche Durchlaufzeit: Wie lange braucht ein Deal von einer Stufe bis zum Abschluss? Sie sagt dir, welche Deals realistisch noch im laufenden Quartal landen.
  • Deal-Wert: Der erwartete Auftragswert, idealerweise ohne aufgerundete Wunschzahlen.

Die gewichtete Prognose ist dann simpel: Du multiplizierst jeden Deal-Wert mit der Abschlussquote seiner Stufe und summierst die Ergebnisse. Ein Angebot über 20'000 Franken auf einer Stufe mit 40 Prozent historischer Abschlussquote trägt also 8'000 Franken zur Prognose bei, nicht die vollen 20'000.

Ein kurzes Rechenbeispiel

Angenommen, du hast vier Deals in der Pipeline: 20'000 Franken bei 40 Prozent, 15'000 bei 60 Prozent, 30'000 bei 20 Prozent und 10'000 bei 80 Prozent. Die gewichtete Summe ergibt 8'000 plus 9'000 plus 6'000 plus 8'000, also 31'000 Franken. Das ist deine realistische Erwartung, obwohl die nominale Pipeline 75'000 Franken anzeigt. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern genau die ehrliche Information, die du steuern willst.

Eine Prognose ist nicht die Summe deiner Wünsche, sondern der Durchschnitt deiner letzten zwanzig Deals.

Die häufigsten Fehlerquellen

Selbst eine saubere Formel liefert Unsinn, wenn die Eingangsdaten nicht stimmen. Diese Stolpersteine begegnen einem in Schweizer KMU besonders oft:

  1. Veraltete Deals: Geschäfte, die seit Monaten auf derselben Stufe stehen, blähen die Pipeline auf. Setze eine klare Regel, ab wann ein Deal als verloren markiert wird.
  2. Subjektive Wahrscheinlichkeiten: Wenn jeder Verkäufer seine eigene Prozentzahl vergibt, sind die Werte nicht vergleichbar. Leite die Quoten aus echten Abschlüssen ab, nicht aus Einschätzungen.
  3. Vermischte Zeiträume: Ein grosser Deal mit Abschluss erst nächstes Jahr gehört nicht in die Quartalsprognose. Filtere konsequent nach erwartetem Abschlussdatum.

Wer diese drei Punkte im Griff hat, kommt der Realität bereits deutlich näher als mit jedem Tabellen-Workaround.

Vom manuellen Rechnen zur laufenden Übersicht

In der Theorie ist die Rechnung einfach. In der Praxis scheitert sie oft daran, dass niemand Zeit hat, jede Woche Quoten neu auszuwerten und Deals zu pflegen. Genau hier hilft ein CRM, das die Pipeline ohnehin schon strukturiert führt und die Wahrscheinlichkeiten nicht raten lässt, sondern aus deinem tatsächlichen Verlauf berechnet.

Bei Advanzo übernimmt das «Deal-Scoring» diese Bewertung im Hintergrund und macht aus deiner Pipeline eine fortlaufend aktualisierte Prognose, statt einer Momentaufnahme im Tabellenblatt. Die Daten bleiben dabei in der Schweiz, und die Bedienung folgt dem Grundsatz «remove complexity, not add it»: Du sollst schneller zur richtigen Zahl kommen, nicht ein weiteres Werkzeug lernen müssen. So wird aus der wöchentlichen Forecast-Frage eine ruhige Routine statt einer Rechenübung unter Druck.

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